Mehr Ausfluss ist in der Schwangerschaft für die meisten üblich, doch Farbe, Geruch und Begleitbeschwerden sind wichtig. Hier ein ruhiger Überblick, wann Schmierblutungen vorkommen können und wann sie dringend abgeklärt werden sollten.
Sie haben mehr Feuchtigkeit in der Unterwäsche bemerkt oder einen Tropfen Blut gesehen, und Ihnen wurde mulmig. Das ist sehr verständlich. Ausfluss und leichte Schmierblutungen sind in der Schwangerschaft häufig, doch manche Anzeichen sollten Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mitteilen. Dieser Text hilft Ihnen, ruhig zu unterscheiden.
Wie sieht üblicher Ausfluss aus?
In der Schwangerschaft steigt der Östrogenspiegel, und die Scheide wird stärker durchblutet. Dadurch nimmt der Ausfluss bei den meisten deutlich zu. Üblicher Ausfluss ist meist:
- milchig weiß oder klar,
- dünn oder leicht zähflüssig,
- ohne starken Geruch (ein leichter, etwas süßlicher Geruch ist möglich),
- ohne Juckreiz und Brennen.
Die Menge kann im Verlauf zunehmen. Slipeinlagen können angenehm sein, Tampons und Scheidenspülungen werden jedoch nicht empfohlen. Baumwollunterwäsche und sanftes Waschen des äußeren Intimbereichs genügen.
Veränderungen, auf die Sie achten sollten
Die folgenden Anzeichen können auf eine Infektion hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden:
- grüne, gelbe oder graue Farbe
- fischiger oder unangenehmer Geruch
- weißer, krümeliger Ausfluss mit starkem Juckreiz
- Brennen oder Rötung in der Scheide oder Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen im Unterbauch
Pilz- und bakterielle Infektionen können in der Schwangerschaft vorkommen und lassen sich meist behandeln. Wichtig ist, sie nicht unbehandelt zu lassen; wenden Sie aber bitte keine Medikamente oder Cremes auf eigene Faust an, sondern sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wässriger Ausfluss: Könnte es Fruchtwasser sein?
Ein dünner, wässriger, geruchloser Ausfluss oder ein plötzlicher Schwall Flüssigkeit lässt sich mit Urinverlust verwechseln. Besonders vor der 37. Woche besteht die Möglichkeit eines vorzeitigen Blasensprungs. Warten Sie dann nicht, sondern rufen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an oder fahren Sie in die Entbindungsklinik.
Blutungen: Nicht jede Blutung ist gleich
Leichte Schmierblutungen sind in der Frühschwangerschaft ziemlich häufig. Ursachen können die Einnistung, ein empfindlicher Muttermund oder eine kleine Blutung nach dem Geschlechtsverkehr sein. Oft ist alles in Ordnung, aber es ist am sichersten, jede Blutung ärztlich mitzuteilen. Auch gegen Ende der Schwangerschaft kann es leicht bluten, zum Beispiel durch einen rosa oder blutigen Schleimpfropf, der anzeigt, dass sich der Muttermund zu öffnen beginnt.
In jeder Phase gilt: Bei einem der folgenden Merkmale sollte die Situation ernster genommen werden:
- Blutung, die eine Binde durchnässt oder Blutgerinnsel enthält
- krampfartige oder starke Schmerzen in Bauch oder Rücken
- Schwindel, Schwäche, Ohnmachtsgefühl
- Fieber oder Schüttelfrost zusammen mit der Blutung
Was Sie tun können
- Notieren Sie, wann die Blutung begonnen hat, Farbe und Menge (zum Beispiel Anzahl der Binden).
- Verzichten Sie bei Blutungen auf Geschlechtsverkehr und Tampons.
- Ruhen Sie sich aus; jemand in der Nähe zu haben, kann guttun.
- Wenn Sie die Kindsbewegungen zählen (Tritt-Zähler), melden Sie auch weniger Bewegungen.
- Bei Rhesus-negativer Blutgruppe teilen Sie jede Blutung mit; Ihr Arzt prüft, ob zusätzliche Maßnahmen nötig sind.
Kleine Tipps
- Weißliche oder gelbliche Flecken können in der Unterwäsche antrocknen und durch Luftkontakt gelb werden; das allein ist kein Problem.
- Leichte Schmierblutungen nach dem Geschlechtsverkehr können von einem empfindlichen Muttermund kommen. Wiederholen sie sich oder sind sie stark, sagen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Schmierblutungen nach einer Untersuchung kommen ebenfalls vor; sie sollten innerhalb weniger Stunden abklingen.
- Wenn Sie etwas beunruhigt, dürfen Sie auch ohne konkretes Symptom anrufen. Ihr Gefühl zählt.
- Mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner über Blutungen oder Ausfluss zu sprechen, hilft, die Last zu teilen; Fragen zur Intimität können Sie ebenfalls offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Starke Blutung, durchnässte Binde oder Gerinnsel: sofort in die Notaufnahme oder Notruf 112
- Blutung mit starken Bauchschmerzen, Schwindel oder Ohnmachtsgefühl: Notruf 112
- Jede Blutung in der zweiten Schwangerschaftshälfte, auch leicht: noch am selben Tag ärztlich melden
- Wässriger Ausfluss oder Flüssigkeitsabgang
- Übel riechender, farblich veränderter oder juckender Ausfluss
- Fieber, Schüttelfrost oder weniger Kindsbewegungen
- Fragen Sie im Zweifel immer nach
Ein Anruf ist nie überflüssig; Ärztinnen, Ärzte und Hebammen beantworten solche Fragen jeden Tag.
Dieser Text dient der Information; für Ihre persönliche Situation zählt der Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Hebamme.
Quellen
- NHS – Vaginal bleeding in pregnancy
- NHS – Vaginal discharge in pregnancy
- ACOG – Pregnancy topics
- T.C. Sağlık Bakanlığı
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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