Weil sich das Immunsystem in der Schwangerschaft verändert, können Schnupfen und Halsschmerzen häufiger auftreten. Hier lesen Sie, was zu Hause hilft, warum Sie vor Medikamenten fragen sollten und wann Sie sich melden.
Die Nase ist verstopft, der Hals brennt und Sie sind müder als sonst. In der Schwangerschaft arbeitet das Immunsystem etwas anders, weil es sich auf die Entwicklung Ihres Babys einstellt; deshalb kommen Erkältungen bei manchen häufiger oder dauern länger. Die meisten Erkältungen werden durch Viren ausgelöst und vergehen nach einigen Tagen bis zwei Wochen.
Welche Beschwerden können auftreten?
Laufende oder verstopfte Nase, Niesen, brennender Hals, leichter Husten, Müdigkeit und leichte Kopfschmerzen sind häufig. Die Beschwerden nehmen meist einige Tage zu und klingen dann langsam ab. Grippe und COVID-19 können plötzlicher und schwerer beginnen; dazu lesen Sie den Ratgeber-Artikel „COVID, Grippe und Schutz vor Infektionen in der Schwangerschaft“.
8 Tipps für zu Hause
- Trinken Sie reichlich: Wasser, warme Suppe, Kräutertee. Solange Ihre Ärztin keine Trinkmenge vorgibt, beruhigt genug Flüssigkeit den Hals.
- Ruhen Sie sich aus; Schlaf unterstützt das Immunsystem am besten.
- Gurgeln mit warmem Salzwasser kann Halsschmerzen lindern.
- Befeuchten Sie die Raumluft und lüften Sie oft.
- Mit erhöhtem Kopf auf dem Kissen zu schlafen, erleichtert die verstopfte Nase.
- Fragen Sie Ihre Ärztin, ob Sie die Nase mit Kochsalzlösung spülen können.
- Ein warmes Getränk mit Honig und Zitrone tut vielen gut (Honig ist nur für Babys unter einem Jahr tabu, für Sie gilt das nicht).
- Waschen Sie oft die Hände, werfen Sie Taschentücher nach einmaligem Gebrauch weg und meiden Sie volle, geschlossene Räume.
Die Frage nach Medikamenten
Nicht jedes Erkältungs- oder Halsschmerzmittel, pflanzliche Produkt oder „natürliche“ Gemisch ist in der Schwangerschaft sicher. Manche sind gar nicht geeignet. Wählen Sie deshalb nicht allein in der Apotheke etwas aus, sondern sagen Sie Ihrer Ärztin oder Apothekerin, dass Sie schwanger sind, und fragen Sie, was Sie nehmen dürfen. Mehr dazu im Ratgeber-Artikel „Medikamente in der Schwangerschaft“.
Zum Thema Fieber
Messen Sie die Temperatur mit einem Thermometer und notieren Sie sie. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Hebamme, ab welcher Temperatur Sie sich melden sollen; meist gilt „die Grenze, die Ihre Ärztin genannt hat“. Hohes Fieber ist in der Schwangerschaft ein Zeichen, das man ernst nimmt; melden Sie sich, bevor Sie selbst versuchen, es mit Medikamenten zu senken.
Bei Arbeit und zu Hause
Sich krank zur Arbeit schleppen zu müssen, ist anstrengend. Fühlen Sie sich sehr schlecht, ist es sinnvoll, sich auszuruhen und, wenn möglich, mit Arbeitgeber und Ärztin zu sprechen. Zu Hause begrenzen Sie die Ansteckung mit getrennten Handtüchern, sofort entsorgten Taschentüchern und häufigem Lüften. Sind Angehörige krank, halten Sie, wo möglich, Abstand.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Ihre Temperatur liegt über der von Ihrer Ärztin genannten Grenze oder das Fieber hält mehrere Tage an
- Sie haben Atemnot, Pfeifen beim Atmen oder Schmerzen bzw. Enge in der Brust
- Die Beschwerden dauern länger als 10 Tage oder bessern sich und werden dann schlimmer
- Gesichtsschmerzen mit grüngelbem Ausfluss und Fieber
- Die Halsschmerzen sind sehr stark, Sie können nicht schlucken oder auf den Mandeln sind weiße Beläge
- Sie behalten keine Flüssigkeit bei sich, erbrechen ständig oder bemerken weniger Kindsbewegungen
- Bei blauen Lippen, Verwirrtheit oder starker Atemnot rufen Sie 112 bzw. die örtliche Notrufnummer
Häufige Fragen
Kann sich eine Erkältung auf mein Baby übertragen? Von einer gewöhnlichen Erkältung ist nicht bekannt, dass sie dem Baby schadet. Sprechen Sie bei Fieber oder schweren Beschwerden dennoch mit Ihrer Ärztin.
Sollte ich mich impfen lassen? Welche Impfungen wann geeignet sind, kann Ihnen Ihre Ärztin am besten sagen.
Was tun bei Husten, der nicht weggeht? Melden Sie Husten, der länger als eine Woche dauert oder schlimmer wird, Ihrer Ärztin.
Sind Kräutertees sicher? Nicht jeder Kräutertee ist in der Schwangerschaft geeignet. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin, welche Tees Sie trinken dürfen.
Dieser Artikel dient der Information; im Zweifel ist die Rückfrage bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt immer der sicherste Weg.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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