In der Schwangerschaft kann das Haar voller wirken und die Nägel wachsen schnell oder brechen leicht. Auch Haarausfall nach der Geburt ist häufig. Hier lesen Sie, was passieren kann, wie Sie schonend pflegen und wann Sie ärztlichen Rat suchen.
Vielleicht fällt Ihnen im Spiegel auf, dass Ihr Haar plötzlich voller wirkt oder Ihre Nägel sich anders verhalten. In der Schwangerschaft beeinflussen Hormone den Haar- und Nagelzyklus; die meisten Veränderungen sind harmlos und legen sich von selbst.
Was kann mit Ihrem Haar passieren?
Jedes Haar durchläuft Wachstums-, Ruhe- und Ausfallphase. Steigt in der Schwangerschaft der Östrogenspiegel, bleiben Haare in der Ruhephase länger sitzen; bei vielen wirkt das Haar dadurch dichter und lebendiger. Manche bemerken eine veränderte Struktur: glattes Haar kann sich wellen, fettiges Haar trocken werden oder umgekehrt.
Dieselben Hormone können feine Härchen im Gesicht, an den Armen oder am Bauch etwas sichtbarer machen. Das geht in den Monaten nach der Geburt meist zurück.
Warum verändern sich die Nägel?
Bei manchen wachsen die Nägel schnell und fühlen sich fester an; bei anderen werden sie weicher, splittern oder brechen leicht. Leichte Rillen oder Farbunterschiede sind möglich. Wenn die Hände oft gewaschen werden und nass bleiben, kommt Trockenheit hinzu.
Haarausfall nach der Geburt
Etwa 2–4 Monate nach der Geburt sehen Sie vielleicht ungewöhnlich viele Haare in der Bürste oder unter der Dusche. Dabei verlassen die in der Schwangerschaft festgehaltenen Haare gemeinsam die Ruhephase. Das ist sehr häufig und lässt meist innerhalb weniger Monate nach. Ob Sie stillen oder nicht, ändert daran nicht eindeutig etwas; jeder Weg verdient Respekt.
8 Tipps, die sofort helfen
- Bürsten Sie sanft mit einem grobzinkigen Kamm, von den Spitzen aus.
- Drücken Sie nasses Haar mit dem Handtuch aus, statt kräftig zu rubbeln.
- Vermeiden Sie sehr straffe Dutts, Zöpfe und Haargummis.
- Nutzen Sie Föhn, Glätteisen und Lockenstab nur selten.
- Fragen Sie vor Färben, Dauerwelle oder chemischem Glätten Ihre Ärztin oder Hebamme.
- Halten Sie die Nägel kurz und tragen Sie Feuchtigkeitscreme auf.
- Tragen Sie beim Abwaschen und Putzen Handschuhe.
- Essen Sie ausgewogen: genug Eiweiß, Eisen, Gemüse und Obst unterstützen Haar und Nägel.
Bevor Sie Nahrungsergänzung nehmen
Manche Vitamine oder Präparate für Haar und Nägel sind in der Schwangerschaft eventuell nicht geeignet. Fragen Sie vor allem, was über das von Ihrer Ärztin empfohlene Schwangerschaftsvitamin hinausgeht. Zu Hautveränderungen lesen Sie auch den Ratgeber-Artikel „Hautveränderungen und Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft“.
Auch Ihr Befinden zählt
Das Aussehen von Haar und Nägeln kann bei manchen die Stimmung beeinflussen. Vielleicht gefällt Ihnen nicht, was Sie im Spiegel sehen, und das ist sehr verständlich. Ein neuer Haarschnitt oder kurze, gepflegte Nägel können in dieser vorübergehenden Phase helfen, sich wohlzufühlen. Die meisten Veränderungen gleichen sich nach der Schwangerschaft allmählich aus.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Ihr Haar fällt in der Schwangerschaft deutlich, stellenweise oder büschelweise aus
- Haarausfall kommt mit extremer Müdigkeit, Blässe, Herzklopfen, Frösteln oder Gewichtsveränderung
- An den Nägeln zeigen sich ein anhaltender dunkler Streifen, starke Schmerzen, Schwellung, Eiter oder Geruch
- Der Haarausfall hält 6–12 Monate nach der Geburt an oder das Haar wird nicht wieder dichter
- Die Kopfhaut ist gerötet, großflächig juckend oder wund
Häufige Fragen
Mein Haar ist dichter geworden. Wird es nach der Geburt wieder wie vorher? Bei den meisten ja. Der Haarausfall nach der Geburt ist das Loslassen der zusätzlich gehaltenen Haare und gleicht sich meist von selbst aus.
Darf ich Nagellack oder Gel auftragen? Gelegentliche Anwendung in gut belüfteten Räumen ist für die meisten in Ordnung; sagen Sie im Studio, dass Sie schwanger sind, und fragen Sie bei Unsicherheit Ihre Ärztin.
Kann ich den Haarausfall stoppen? Sanfte Pflege und ausgewogene Ernährung helfen, doch der Haarausfall nach der Geburt endet meist mit der Zeit von selbst.
Dieser Artikel dient der Information; für Ihre persönliche Situation zählt der Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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