Spannen der Brust gehört für viele zu den ersten Schwangerschaftszeichen. Hier lesen Sie, wie sich die Brüste verändern können, was Kolostrum ist, wie Sie den BH wählen und wann Sie ärztlichen Rat suchen.
Brüste, die zu empfindlich zum Anfassen sind, sich voll und schwer anfühlen, sind für viele das erste spürbare Schwangerschaftszeichen. Während Ihr Körper sich auf die Milchbildung vorbereitet, verändern sich die Brüste in mehreren Schritten; das meiste ist zu erwarten.
In den ersten Wochen: Spannen und Kribbeln
Um die 4. Woche steigen die Hormone, und die Brüste können spannen, schmerzen oder kribbeln. Die Brustwarzen werden empfindlicher, der dunkle Bereich darum (Warzenhof) kann dunkler und größer werden. Das Spannen lässt bei den meisten gegen Ende des ersten Trimesters nach.
Wachstum und sichtbare Venen
Die Brüste wachsen die ganze Schwangerschaft über; eine oder mehrere BH-Größen mehr sind häufig. Bläuliche Venen können unter der Haut sichtbar werden. Um den Warzenhof zeigen sich manchmal kleine Erhebungen (Montgomery-Drüsen); sie halten die Haut geschmeidig und sind harmlos. Schnelles Wachstum kann jucken oder spannen. Zur Hautpflege lesen Sie den Ratgeber-Artikel „Hautveränderungen und Dehnungsstreifen in der Schwangerschaft“.
Kolostrum tritt aus
Ab dem zweiten Trimester tritt bei manchen eine gelbliche, zähe, milchähnliche Flüssigkeit (Kolostrum) aus. Sie zeigt, dass der Körper sich vorbereitet. Wenn nichts oder nur wenig austritt, heißt das nicht, dass die Milch nicht reichen wird; jede Brust ist anders. Wie Sie sich auch entscheiden, jeder Weg verdient Respekt.
8 Tipps, die sofort helfen
- Wählen Sie einen bügellosen BH aus Baumwolle mit breitem Unterbrustband und gutem Halt.
- Lassen Sie sich neu messen, wenn sich die Größe ändert; ein enger BH verstärkt die Beschwerden.
- Tragen Sie nachts einen bequemen Sport- oder Schlaf-BH.
- Richten Sie in der heißen Dusche den Strahl nicht direkt auf die Brüste; nehmen Sie lauwarmes Wasser.
- In empfindlichen Phasen hilft manchen ein kühler, feuchter Umschlag.
- Schrubben Sie die Brustwarzen nicht mit Seife; klares Wasser genügt.
- Gegen Austreten können Sie saugfähige Stilleinlagen im BH nutzen.
- Massieren oder stimulieren Sie die Brüste nur, wenn Ihre Ärztin es empfiehlt.
Kurz vor der Geburt
In den letzten Wochen sind die Brüste voller und schwerer, manche spüren mehr Empfindlichkeit. Nach der Geburt ändert sich die Fülle erneut, wenn der Milcheinschuss kommt; Unterstützung beim Stillen bekommen Sie bei Ärztin, Hebamme oder Stillberaterin.
Partner und Nähe
Brustspannen kann die Nähe beeinflussen. Offen zu sagen, was unangenehm ist, und mitzuteilen, wie Sie berührt werden möchten, stärkt die Beziehung. In empfindlichen Phasen lassen sich andere Wege finden; darüber kann man ohne Schuldzuweisung sprechen.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Sie spüren einen neuen, festen Knoten, der bleibt
- Eine Brust ist gerötet, warm, geschwollen oder sehr schmerzhaft, mit Fieber
- Aus einer Brustwarze kommt blutige oder braune Flüssigkeit
- Eine Brustwarze zieht sich neu nach innen, die Haut sieht aus wie Orangenhaut oder es gibt eine Wunde
- Das Spannen verschwindet in den ersten Wochen plötzlich ganz und Sie haben zusätzlich Blutung oder Bauchschmerzen
- Kommen zu Brust- oder Brustkorbschmerzen Atemnot, Herzklopfen oder Schwächegefühl, rufen Sie 112 bzw. die örtliche Notrufnummer
Häufige Fragen
Mein Brustspannen ist weg. Muss ich mir Sorgen machen? Das Spannen lässt bei den meisten am Ende des ersten Trimesters nach; für sich allein ist das kein Warnzeichen. Kommen Blutung oder Schmerzen dazu, informieren Sie Ihre Ärztin.
Soll ich die Brustwarzen vorbereiten? In der Regel ist keine besondere Vorbereitung nötig. Klares Wasser genügt, und Fragen können Sie Ihrer Hebamme stellen.
Sind Brustschmerzen normal? Hormonelles Spannen ist häufig, aber bei einem neuen Knoten, einseitiger Rötung oder Fieber sollten Sie ärztlichen Rat suchen.
Wann sollte ich mich für den BH messen lassen? Wenn sich die Größe ändert, hilft es, sich etwa alle paar Monate neu messen zu lassen. Für die letzten Monate etwas Spielraum zu lassen, hilft manchen.
Dieser Artikel dient der Information; für Ihre persönliche Situation zählt der Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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