In der Schwangerschaft kann die Haut dunkler werden, es können Dehnungsstreifen entstehen und Juckreiz auftreten. Die meisten Veränderungen sind harmlos und bilden sich zurück, doch wir erklären auch, warum starker Juckreiz ernst genommen wird. Meist ist das nur eine kosmetische Frage, bei einer Ausnahme sollten Sie aber Ihre Ärztin oder Ihren Arzt anrufen.
Die Schwangerschaft verändert nicht nur Ihren Bauch, sondern auch Ihre Haut. Manche strahlen, andere bekommen dunkle Flecken, Dehnungsstreifen oder Juckreiz. Das meiste ist harmlos und eine natürliche Folge der Hormone oder der Hautdehnung. Eine Ausnahme gibt es aber, und es hilft, sie von Anfang an zu kennen.
Dunklere Haut und Melasma
In der Schwangerschaft reagieren die Pigmentzellen der Haut auf Hormone. Deshalb können Sie Folgendes bemerken:
- eine dunkle Linie vom Nabel zum Schambereich (Linea nigra)
- dunklere Brustwarzen und Haut drumherum
- braune Flecken im Gesicht, vor allem auf Wangen, Stirn und Oberlippe (Melasma, auch Schwangerschaftsmaske genannt)
- Muttermale und Sommersprossen sowie Farbveränderungen in Achseln und Leisten
Sonnenlicht verstärkt das Melasma. Sonnenschutz (breitkrempiger Hut, Schatten, ein geeignetes Sonnenschutzmittel nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt) ist der wirksamste Schritt. Die meisten Flecken hellen in den Monaten nach der Geburt auf; manche verschwinden nicht ganz. Wird ein Muttermal dicker, dunkler oder blutet es, lassen Sie es bitte ärztlich ansehen.
Dehnungsstreifen
An Bauch, Hüften, Brust und Oberschenkeln können feine Streifen entstehen. Schnelle Hautdehnung, familiäre Veranlagung und Hormone spielen eine Rolle. Anfangs wirken sie rot oder violett und werden mit der Zeit heller und silbrig.
Eine sichere Methode zur Vorbeugung ist nicht bekannt. Feuchtigkeitspflege und Massage können die Haut beruhigen und den Juckreiz lindern; Belege, dass sie Dehnungsstreifen verhindern, sind begrenzt. Eine allmähliche Gewichtszunahme kann ebenfalls helfen. Dehnungsstreifen sind kein Makel an Ihnen oder Ihrer Haut; sie sind sehr häufig.
Juckreiz
Die gedehnte Bauchhaut kann jucken. Meist ist das leicht, und Folgendes kann helfen:
- lauwarm (nicht heiß) duschen, kurz baden
- parfümfreie Feuchtigkeitscreme mehrmals täglich
- lockere Baumwollkleidung
- kurze Fingernägel
- ein kühler Raum
In der Schwangerschaft können auch manche Hautausschläge auftreten (etwa erhabene, juckende rote Stellen, die am Bauch beginnen). Sie sind meist harmlos, sollten aber ärztlich beurteilt werden.
Cholestase: die wichtige Ausnahme beim Juckreiz
Die Schwangerschaftscholestase, die vor allem in den letzten drei Monaten auftreten kann, entsteht durch einen gestörten Gallefluss in der Leber. Sie ist selten, wird aber ernst genommen, weil sie zum Wohl des Babys überwacht werden muss. Typische Merkmale:
- starker Juckreiz, der besonders an Handflächen und Fußsohlen beginnt und nachts zunimmt
- kein deutlicher Hautausschlag
- manchmal dunkler Urin, heller Stuhl oder Gelbfärbung der Haut
- Juckreiz, der durch Pflege oder Kühlen nicht nachlässt
Dann warten Sie bitte nicht; ein Bluttest kann das schnell und einfach klären. Wird die Cholestase früh bemerkt, lassen sich Überwachung und Behandlung planen.
Was Sie tun können
- Schützen Sie sich vor der Sonne; das ist der wichtigste Schritt beim Melasma.
- Halten Sie die Haut feucht und wählen Sie schlichte, parfümfreie Produkte.
- Fragen Sie bei Pflegeprodukten Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke nach den Inhaltsstoffen; manche sind in der Schwangerschaft nicht geeignet.
- Beruhigen Sie Juckreiz mit Creme oder kühlen Kompressen statt zu kratzen.
- Lassen Sie diese Veränderungen nicht zu einem Urteil über sich selbst werden; Ihre Haut leistet Großartiges.
Die Haut nach der Geburt
Wenn sich die Hormone einpendeln, klingen die meisten Veränderungen wie Dunkelfärbung, Linea nigra und Haarausfall innerhalb von Monaten ab. Dehnungsstreifen verblassen mit der Zeit und fallen weniger auf, eine Spur kann aber bleiben. Diese Spuren erzählen von der Arbeit Ihres Körpers; sie gehören zu Ihrer Geschichte. Wenn Sie stillen, klären Sie Pflegeprodukte erneut mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder der Apotheke. Belasten Sie die Veränderungen Ihrer Haut, ist es auch für Ihr seelisches Wohlbefinden wertvoll, offen darüber zu sprechen.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Starker Juckreiz, besonders an Handflächen und Fußsohlen und nachts schlimmer: noch am selben Tag ärztlich melden
- Juckreiz zusammen mit Gelbfärbung von Augen oder Haut, dunklem Urin oder hellem Stuhl
- Ein Ausschlag, der sich schnell ausbreitet, Blasen bildet oder sehr stört
- Ein Muttermal, das wächst, die Farbe ändert oder blutet
- Juckreiz zusammen mit weniger Kindsbewegungen: sofort vorstellen
Dieser Text dient der Information; für Ihre persönliche Situation zählt der Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Hebamme.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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