Praktische Tipps zum richtigen Anlegen des Gurts, zum Fahren und zur Sturzvorbeugung zu Hause. Kleine Gewohnheiten können viel bewirken.
Ein wachsender Bauch verändert allmählich Ihr Gleichgewicht, Ihre Reflexe und Ihre Sitzhaltung. Darum wird Sicherheit im Alltag in der Schwangerschaft zu einem kleinen, aber wichtigen Thema. Die gute Nachricht: Ein paar einfache Gewohnheiten senken die meisten Risiken.
Sicherheitsgurt im Auto
Der Sicherheitsgurt gehört zu den wirksamsten Möglichkeiten, Sie und Ihr Baby zu schützen. Wichtig ist, ihn richtig anzulegen:
- Der Beckengurt verläuft unter dem Bauch über die Hüftknochen, nie über den Bauch.
- Der Schultergurt verläuft zwischen den Brüsten, seitlich am Bauch vorbei, und scheuert nicht am Hals.
- Der Gurt sollte nicht verdreht sein; ziehen Sie lose Stellen straff, aber nicht übermäßig fest.
- Fahren Sie nie ohne Gurt. Den Airbag schalten Sie nicht ab; rücken Sie den Sitz lieber so weit wie bequem möglich vom Lenkrad weg, sodass zwischen Brust und Lenkrad genug Abstand bleibt.
Autofahren
Für die meisten ist Autofahren in der gesamten Schwangerschaft unproblematisch. Rückt der Bauch näher ans Lenkrad, stellen Sie den Sitz weiter zurück und stützen Sie den Rücken. Bei langen Fahrten helfen Pausen alle ein bis zwei Stunden zum Gehen: Sie entlasten den Kreislauf in den Beinen und senken das Risiko von Krämpfen. Fühlen Sie sich müde, schwindelig oder übel, fahren Sie nicht oder halten Sie an einem sicheren Ort an. Besprechen Sie Pläne für lange Reisen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Nach einem kleinen Unfall
Auch nach einem leichten Aufprall und auch wenn es Ihnen gut geht, sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren. Bei einem Schlag auf den Bauch, Blutungen oder veränderten Kindsbewegungen verlieren Sie keine Zeit.
Stürze zu Hause vermeiden
In der Schwangerschaft verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorn, und die Gelenke werden etwas lockerer, daher kann das Sturzrisiko steigen. Zu Hause helfen diese Dinge:
- Verwenden Sie in Bad und Küche rutschfeste Matten und trocknen Sie nasse Böden sofort.
- Befestigen Sie Teppichkanten und räumen Sie Kabel weg.
- Halten Sie sich auf Treppen am Geländer fest und tragen Sie nichts, was die Sicht versperrt.
- Steigen Sie nicht auf Hocker oder Leitern, um hohe Regale zu erreichen; bitten Sie um Hilfe.
- Lassen Sie nachts ein kleines Nachtlicht auf Ihrem Weg brennen.
- Tragen Sie flache Schuhe mit fester Sohle statt enger oder hoher Schuhe.
Hitze, Putzmittel und weitere Vorsicht im Haushalt
Sehr heiße Bäder und Saunen können die Körpertemperatur zu stark erhöhen; eine lauwarme Dusche ist die bessere Wahl. Öffnen Sie beim Einsatz starker Reiniger ein Fenster, tragen Sie Handschuhe und mischen Sie nie verschiedene Produkte. Streichen und der Umgang mit stark riechenden Lösungsmitteln sind bei anderen gut aufgehoben. Überlassen Sie das Katzenklo möglichst jemand anderem, oder tragen Sie Handschuhe und waschen Sie sich danach sofort die Hände. Prüfen Sie, ob Rauch- und Kohlenmonoxidmelder funktionieren.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Nach einem Sturz, einem Schlag auf den Bauch oder einem Autounfall, auch wenn Sie sich gut fühlen.
- Bei vaginalen Blutungen, Flüssigkeitsabgang, regelmäßigen und zunehmenden Bauchschmerzen oder Verhärtungen.
- Wenn die Kindsbewegungen deutlich nachlassen.
- Nach einem schweren Unfall, Bewusstlosigkeit, starken Bauchschmerzen oder Blutungen rufen Sie die 112 an.
Dieser Beitrag dient der Information; für Ihre persönliche Situation gilt stets der Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes und Ihrer Hebamme.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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