Ein Geburtsplan ist eine übersichtliche Möglichkeit, Ihre Wünsche mit Ihrem Team zu teilen. Dieser Beitrag zeigt, was er enthalten kann, wie Sie ihn flexibel halten und wie Sie ihn mit Ihrer Ärztin besprechen.
Ein Geburtsplan ist ein kurzes Dokument, das Ihrem Team zeigt, was Ihnen unter der Geburt wichtig ist. Das Ziel ist nicht, alles zu kontrollieren, sondern Ihrem Team zu helfen, Sie kennenzulernen. Ein guter Plan ist kurz, klar und flexibel.
Warum ein Geburtsplan hilft
Beim Erstellen sammeln Sie Informationen, lernen Ihre Möglichkeiten kennen und sprechen mit Ihrer Partnerin oder Ihrer Begleitperson. Das kann Sorgen vor dem Ungewissen mindern. Der Plan ist zugleich ein Ausgangspunkt für das Gespräch mit Ihrer Ärztin und Hebamme.
Ein Plan ist kein Vertrag. Manchmal nimmt eine Geburt einen unerwarteten Verlauf; dann achtet das Team zuerst auf Ihre Sicherheit und die Ihres Babys.
Was gehört in einen Plan?
Die wichtigsten Themen sind:
- Umgebung und Begleitung: Wer bei Ihnen sein soll; Licht, Musik, Lautstärke
- Bewegung und Position: Freie Bewegung, Gymnastikball, Dusche oder Wanne
- Schmerzlinderung: Methoden ohne Medikamente und Optionen wie die PDA (eigener Beitrag)
- Überwachung: Wie die Herztöne Ihres Babys überwacht werden
- Die Geburt selbst: Position beim Pressen, Durchtrennen der Nabelschnur und durch wen
- Erste Stunden mit dem Baby: Hautkontakt, Wunsch nach frühem Stillen
- Bei einem Kaiserschnitt: Begleitperson im OP, früher Kontakt zum Baby
- Danach: Zusammenbleiben mit dem Baby, Stillunterstützung, Besuchswünsche
Sie müssen nicht alles abdecken. Drei bis fünf Dinge, die Ihnen am wichtigsten sind, genügen.
Der Wert der Flexibilität
Eine Geburt folgt keinem Stundenplan. Betrachten Sie Ihren Plan deshalb als Liste von Wünschen:
- Schreiben Sie Ihre erste Wahl auf, denken Sie aber auch an eine Alternative.
- Formulieren Sie lieber Ich würde bevorzugen als Ich möchte nicht.
- Achten Sie darauf, dass der Plan auch einen Kaiserschnitt oder andere Eingriffe berücksichtigt.
- Wird dem Plan nicht gefolgt, ist das nicht Ihr Versagen.
Wichtig ist, dass Sie sich am Ende sicher und respektiert fühlen.
So schreiben Sie den Plan
- Sammeln Sie zuerst Informationen: Geburtskurs, Klinikführung, verlässliche Quellen.
- Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrer Begleitperson.
- Schreiben Sie Ihre Wünsche in kurzen Stichpunkten auf, die auf eine Seite passen.
- Gehen Sie ihn zwischen der 28. und 38. Woche mit Ihrer Ärztin und Hebamme durch.
- Legen Sie Kopien in die Kliniktasche, den Mutterpass und geben Sie eine Ihrer Begleitperson.
Mit dem Bereich Geburtsplan in der App können Sie Ihre Wünsche übersichtlich zusammenstellen.
Den Plan mit dem Team teilen
Es reicht nicht, den fertigen Plan nur in der Tasche zu haben; zeigen Sie ihn Ihrer Hebamme und Ärztin und besprechen Sie, welche Punkte in Ihrer Klinik möglich sind. Treffen Sie am Tag der Geburt auf ein neues Team, genügt vielleicht ein kurzer Satz dazu, was Ihnen wichtig ist. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen sind weit mehr wert als eine schriftliche Liste.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
Unabhängig von Ihrem Plan wenden Sie sich in der Nähe der Geburt sofort an Ihre Klinik bei:
- Blutungen
- Blasensprung, besonders bei grünlicher, bräunlicher oder blutiger Flüssigkeit
- deutlich nachlassenden Kindsbewegungen
- beginnenden regelmäßigen Wehen, vor allem vor der 37. Woche
- starken Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen oder plötzlicher Schwellung
Im Notfall rufen Sie die 112 an. Versuchen Sie in solchen Momenten nicht, den Plan vorlesen zu lassen; die Sicherheit geht vor.
Was Sie tun können
- Besuchen Sie eine Klinikführung und fragen Sie, was möglich ist.
- Packen Sie Ihre Kliniktasche mit der Checkliste in der App.
- Erzählen Sie Ihrer Begleitperson von Ihrem Plan; sie kann bei Bedarf für Sie sprechen.
- Gehen Sie den Plan kurz vor der Geburt noch einmal durch.
- Überlegen Sie vorab, wie Sie nach der Geburt beim Füttern und bei der Pflege Ihres Babys Unterstützung bekommen.
Welche Wünsche Sie auch haben, die Art Ihrer Geburt bestimmt nicht Ihren Wert. Dieser Beitrag dient der Information; für Ihre persönliche Situation ist der Rat Ihrer Ärztin und Hebamme maßgeblich.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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