Die PDA gehört zu den meistdiskutierten und am häufigsten missverstandenen Themen. Wir gehen verbreitete Mythen zu Rückenschmerzen, Wirkung auf das Baby, Stillen und längerer Geburt ruhig und evidenzbasiert durch.
Zur PDA hat jeder eine Meinung: Die einen nennen sie einen Segen, die anderen raten ab. Dieser Artikel geht die häufigsten Mythen der Reihe nach durch. Zu den Möglichkeiten selbst lesen Sie den Ratgeberartikel zu Epidural und Schmerzmanagement; hier geht es darum, Fehlinformationen zu korrigieren und Ihnen und dem Team die Entscheidung zu erleichtern.
Mythos 1: „Eine PDA verursacht dauerhafte Rückenschmerzen“
Fakt: Rückenschmerzen sind in der Schwangerschaft und nach der Geburt sehr häufig, auch bei Frauen ohne PDA. Studien haben keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen PDA und langfristigen Rückenschmerzen gezeigt. Leichte Empfindlichkeit an der Einstichstelle für einige Tage kann vorkommen.
Mythos 2: „Sie schadet dem Baby“
Fakt: Bei der PDA wird das Medikament in die Nähe des Rückenmarks gegeben, und die Menge, die zum Baby gelangt, ist in der Regel sehr gering. Bei den meisten Babys ist nach einer PDA kein langfristiges Problem zu erwarten. Das Team überwacht den Herzschlag des Babys während der gesamten Geburt.
Mythos 3: „Sie verhindert das Stillen“
Fakt: Eine PDA nimmt Ihnen nicht die Fähigkeit zu stillen. Die meisten stillen auch nach einer PDA erfolgreich. Hautkontakt und frühe Stillunterstützung in den ersten Stunden helfen. Bei Schwierigkeiten können Hebamme oder Stillberaterin unterstützen.
Mythos 4: „Sie verlängert die Geburt immer oder führt zum Kaiserschnitt“
Fakt: Bei manchen kann eine PDA die Austreibungsphase etwas verlängern, aber nicht immer. Studien zeigen, dass die PDA die Kaiserschnittrate nicht deutlich erhöht. Eine lange Geburt oder die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts hat meist andere Gründe, etwa die Lage des Babys oder den Geburtsverlauf.
Mythos 5: „Sie wirkt nicht, wenn man sie zu früh oder zu spät legt“
Fakt: Der Zeitpunkt richtet sich heute meist nach Ihrem Schmerz und Bedarf, nicht nach einer festen Geburtsphase. Wenn es sehr spät wird, ist sie unter Umständen nicht mehr möglich; wer eine PDA möchte, sagt es deshalb besser früh. Die endgültige Entscheidung treffen Anästhesie und Hebamme bzw. Ärztin.
Mythos 6: „Sie führt zur Lähmung“
Fakt: Das ist der angsteinflößendste Mythos, doch die Realität sieht ganz anders aus. Bleibende Nervenschäden sind eine äußerst seltene Komplikation. Häufiger sind vorübergehende Taubheit, ein Schweregefühl in den Beinen oder ein Blutdruckabfall, auf die das Team vorbereitet ist. Diese seltenen Risiken können Sie bei einem Vorsorgetermin mit der Anästhesie besprechen; Fragen zu stellen gibt Sicherheit.
Für wen ist eine PDA eventuell nicht geeignet?
Bei Gerinnungsstörungen, bestimmten Wirbelsäulenbefunden oder einer Infektion an der Einstichstelle ist eine PDA unter Umständen nicht geeignet. Das ist eine individuelle Entscheidung, fragen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
Fragen an die Anästhesie
- Ist die PDA in unserer Klinik rund um die Uhr möglich?
- Habe ich persönliche Risikofaktoren?
- Was werde ich während und nach dem Legen spüren?
- Was passiert, wenn sie nicht wirkt oder nur einseitig?
- Kann ich mich mit PDA bewegen?
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Bei starken, anhaltenden Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Fieber in den Tagen nach einer PDA
- Wenn Taubheit oder Schwäche in den Beinen länger als erwartet anhält oder das Wasserlassen schwerfällt
- Bei Rötung, Schwellung oder Ausfluss an der Einstichstelle
- Bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerz oder Verwirrtheit rufen Sie 112 bzw. die örtliche Notrufnummer an
Häufige Fragen
Bin ich „weniger mutig“, wenn ich eine PDA möchte? Nein. Schmerzlinderung ist eine persönliche Entscheidung, und jeder Weg verdient Respekt.
Kann ich mit PDA nicht vaginal gebären? Auch mit PDA ist eine vaginale Geburt möglich.
Was, wenn ich keine PDA möchte? Es gibt andere Möglichkeiten wie Atmung, Bewegung, warmes Wasser und eine Begleitperson. Sehen Sie sich die Optionen an.
Dieser Artikel dient der Information; für die Entscheidung zählt zuerst der Rat Ihrer Anästhesistin bzw. Ihres Anästhesisten und Ihrer Frauenärztin bzw. Ihres Frauenarztes.
Quellen
- ACOG – Medications for Pain Relief During Labor and Delivery
- NHS – Pain relief in labour
- Mayo Clinic – Epidural
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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