Der erste Tag nach der Geburt ist geprägt von Hautkontakt, dem ersten Stillen, Blutungen, dem ersten Toilettengang und den ersten Untersuchungen des Babys. Dieser Artikel erklärt ruhig, was passieren kann und was Sie vor der Entlassung fragen können.
Der erste Tag nach der Geburt vereint Erleichterung, Müdigkeit und ganz neue Gefühle. Wenn Sie ungefähr wissen, was passieren kann, gelingt es oft leichter, gelassen zu bleiben. Jede Geburt und jedes Krankenhaus läuft etwas anders ab; hier finden Sie einen allgemeinen Überblick.
Hautkontakt und die erste Stunde
Ist Ihr Baby wohlauf, wird es meist kurz nach der Geburt auf Ihre Brust gelegt. Dieser Kontakt kann dem Baby helfen, warm zu bleiben, sich zu beruhigen und sich aufs Saugen vorzubereiten. Nach einem Kaiserschnitt oder wenn das Baby zusätzlich beobachtet werden muss, kann der Ablauf anders sein; auch Ihr Partner oder eine andere nahestehende Person kann Hautkontakt anbieten.
In der ersten Stunde sind viele Babys wach und neugierig und schlafen danach lange. Das ist ein natürlicher Rhythmus.
Das erste Stillen
Der Saugreflex ist in den ersten Stunden oft kräftig. Wenn Sie stillen möchten, kann Ihre Hebamme oder Pflegekraft Sie beim ersten Anlegen begleiten; bitten Sie ruhig um Hilfe. Die kleine Menge der ersten Milch (Kolostrum) reicht für winzige Mägen aus. Mehr dazu finden Sie im Ratgeber-Artikel zum Stillstart.
Blutung, Vorlagen und Schmerzen
Die Blutung aus der Gebärmutter nach der Geburt heißt Wochenfluss. In den ersten Stunden und Tagen kann er rot und stärker als eine Periode sein, und kleine Gerinnsel sind möglich. Meist stellt das Krankenhaus große Vorlagen. Wenn sich die Gebärmutter zusammenzieht, spüren Sie krampfartige Schmerzen, die beim Stillen zunehmen können.
Sagen Sie Ihrem Team deutlich, wenn Sie bei Nähten oder Kaiserschnittwunde mehr Schmerzlinderung brauchen. Schmerzbehandlung gehört zur Heilung.
Erster Urin und Toilettengang
In den ersten sechs bis acht Stunden wird üblicherweise Wasserlassen erwartet; das Team behält das oft im Blick. Wenn der Körper überschüssige Flüssigkeit abbaut, schwitzen Sie und müssen häufiger zur Toilette. Viele sind vor dem ersten Stuhlgang nervös; Flüssigkeit, Ballaststoffe und sanfte Bewegung nach ärztlichem Rat helfen. Lassen Sie sich beim ersten Aufstehen begleiten, denn Schwindel kann vorkommen.
Die ersten Untersuchungen des Babys
In den ersten Tagen wird Ihr Baby gemessen, untersucht und dokumentiert. Ihre Ärztin oder Hebamme erklärt Ihnen Routinemaßnahmen, Impfungen und Untersuchungen sowie den jeweiligen Zeitpunkt; fragen Sie gern nach. Allgemeine Informationen finden Sie im Ratgeber-Artikel zu den Neugeborenen-Untersuchungen.
Fragen vor der Entlassung
- Wann und wo werden das Baby und ich kontrolliert?
- An wen kann ich mich wenden, wenn das Stillen schwerfällt?
- Welche Untersuchungen und Impfungen sind erfolgt, welche folgen noch?
- Bei welchen Anzeichen soll ich wegen Blutung oder Schmerzen anrufen?
- Wie pflege ich Naht oder Wunde?
- Was muss ich für die Anmeldung und Unterlagen des Babys tun?
An einem müden Tag hilft es sehr, die Fragen aufzuschreiben.
Gefühle und Ruhe
Am ersten Tag können Freude, Staunen, Müdigkeit und sogar Tränen zusammenkommen. Weil sich die Hormone schnell verändern, sind solche Schwankungen sehr häufig und zeigen sich oft in den ersten Tagen. Ruhen Sie sich aus, wenn das Baby schläft, und geben Sie Helfenden konkrete Aufgaben (Wasser bringen, das Baby ins Bettchen legen). Mehr zur Stimmung finden Sie im Ratgeber-Artikel zum Baby Blues.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Sehr starke Blutung (zum Beispiel eine Vorlage in einer Stunde durchnässt) oder große, anhaltende Gerinnsel: sofort 112 bzw. die örtliche Notrufnummer.
- Hohes Fieber, Schüttelfrost oder übel riechender Ausfluss.
- Schwindel, Ohnmacht, Atemnot oder Brustschmerzen.
- Kopfschmerzen, die nicht vergehen und stärker werden, oder verschwommenes Sehen.
- Das Baby trinkt nicht, ist sehr schläfrig oder zeigt veränderte Hautfarbe oder Atmung.
Häufige Fragen
Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby am ersten Tag viel schläft? Langer Schlaf nach den ersten Stunden ist häufig; folgen Sie dennoch den Hinweisen Ihres Teams zu Trinken und nassen Windeln.
Muss ich am ersten Tag Besuch empfangen? Nein. Raum für Ruhe und Stillen ist Ihr gutes Recht.
Dieser Artikel dient der Information; für Ihre persönliche Situation zählt der Rat Ihrer Ärztin und Hebamme.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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