Abpumpen kann bei Rückkehr in den Beruf, Trennung oder zur Unterstützung des Stillens helfen. Hier: Handentleerung, Pumpentypen, Hygiene, Lagerzeiten, Auftauen und Beschriften, einfach erklärt.
Abpumpen ist für manche Familien praktisch bei Rückkehr in den Beruf, bei Trennung vom Baby oder zur Unterstützung des Stillens. Für andere wird es nie nötig. Beides ist normal. Hier: Handentleerung, Pumpen, Hygiene und Aufbewahrung.
Bei Schwierigkeiten beim Stillen lesen Sie den Ratgeber-Artikel „Stillprobleme und Lösungen“, für die ersten Tage „Stillstart“.
Bevor Sie beginnen
- Hände mit Seife waschen.
- Behälter und Pumpenteile müssen sauber sein.
- Setzen Sie sich bequem hin; an das Baby zu denken, ein Foto anzusehen oder eine warme Dusche erleichtert vielen den Milchfluss.
- Sanfte Brustmassage und ein warmes Tuch können den ersten Milchspendereflex unterstützen.
- Abpumpen sollte nicht wehtun; bei Schmerzen aufhören.
Handentleerung Schritt für Schritt
Die Handentleerung braucht kein Zubehör und eignet sich, um in den ersten Tagen Kolostrum zu gewinnen.
- Legen Sie Daumen und Zeigefinger einander gegenüber an den Rand des Warzenhofs (dunkler Bereich um die Brustwarze) und bilden Sie ein „C“.
- Drücken Sie die Finger sanft zur Brustwand hin.
- Dann drücken Sie die Finger zusammen, ohne zu rutschen, und lassen los.
- Wiederholen Sie rhythmisch; sobald Tropfen kommen, fangen Sie sie in einem sauberen Behälter auf.
- Lässt der Fluss nach, wechseln Sie zur anderen Seite, mehrmals im Wechsel.
Bei den meisten braucht es Übung; seien Sie geduldig.
Pumpentypen
- Handpumpe: leicht und leise, für gelegentliches Abpumpen.
- Elektrische Einzelpumpe: praktisch für regelmäßiges Abpumpen.
- Elektrische Doppelpumpe: entleert beide Brüste gleichzeitig und spart nach der Rückkehr in den Beruf Zeit.
- Klinikpumpen: in manchen Regionen mietbar.
Die Größe des Brusttrichters ist wichtig: zu klein oder zu groß kann Beschwerden machen. Fragen Sie bei Bedarf Hebamme oder Stillberaterin. Nutzen Sie keine gebrauchte Pumpe.
Hygiene
- Nach jedem Gebrauch alle Teile, die mit Milch in Kontakt kommen, auseinandernehmen.
- In heißem Spülwasser waschen und gut nachspülen; gelegentlich nach Herstellerangabe sterilisieren.
- Auf einer sauberen Fläche an der Luft trocknen.
- Gelangt Milch in die Schläuche, reinigen Sie diese nach Herstelleranleitung.
Lagerzeiten
Die Lagerzeiten können sich je nach Quelle geringfügig unterscheiden; die folgenden Werte stimmen im Wesentlichen mit NHS und CDC überein:
- Raumtemperatur: bis etwa 4 Stunden (manche Quellen erlauben in einem kühlen Raum etwas länger)
- Kühlschrank (4 °C oder darunter, hinten, nicht in der Tür): möglichst innerhalb von 4 Tagen (manche Quellen nennen längere Zeiten; frischer ist sicherer)
- Gefrierfach (−18 °C): etwa 6 Monate
Kühlen Sie die Milch nach dem Abpumpen so schnell wie möglich. In kleinen Portionen (60–120 ml) einzufrieren verringert Verschwendung.
Auftauen und Erwärmen
- Gefrorene Milch über Nacht im Kühlschrank auftauen.
- Für schnelleres Auftauen den Behälter in warmes Wasser stellen.
- Keine Mikrowelle verwenden; sie erhitzt ungleichmäßig, heiße Stellen können das Baby verbrühen.
- Aufgetaute Milch in der Regel innerhalb von 24 Stunden verwenden und nicht erneut einfrieren.
- Reste nach der Mahlzeit entsorgen.
- Eine Schichtung ist normal; leicht schwenken.
Beschriften
Schreiben Sie auf jeden Behälter Datum und Uhrzeit des Abpumpens (und den Namen des Babys, falls es in die Krippe geht). Verwenden Sie die älteste Milch zuerst.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Harte, gerötete, warme Stelle in der Brust mit Fieber oder grippeähnlichen Beschwerden (möglicherweise Brustentzündung)
- Starke Schmerzen, die beim Abpumpen nicht nachlassen, oder wunde bzw. blutende Brustwarzen
- Blut oder Eiter in der Milch
- Wenn Sie sich sorgen, dass Ihr Baby nicht genug trinkt
- Bei hohem Fieber, Schüttelfrost oder starkem Krankheitsgefühl: rufen Sie 112 bzw. die örtliche Notrufnummer
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit dem Abpumpen beginnen? Es gibt keinen einzig richtigen Zeitpunkt; die meisten Familien beginnen, sobald das Stillen eingespielt ist. Fragen Sie bei Unsicherheit Ihre Hebamme.
Beim Pumpen kommt nur wenig Milch. Ist das zu wenig? Die abgepumpte Menge sagt nichts darüber, was Ihr Baby an der Brust bekommt.
Dieser Text dient der Information; Lagerzeiten können je nach Quelle geringfügig abweichen, daher fragen Sie bei Ihrer Situation Ihre Fachperson.
Quellen
- NHS – Expressing and storing breast milk
- CDC – Breast Milk Storage and Preparation
- WHO – Breastfeeding
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
Ähnliche Artikel
Bauch und Rektusdiastase nach der Geburt: prüfen, sanft beginnen, Geduld haben
In der Schwangerschaft dehnen sich die Bauchmuskeln und können sich in der Mitte trennen; man spricht von Rektusdiastase, die sich oft mit der Zeit be…
Die ersten 24 Stunden nach der Geburt: Was Sie erwartet und wie Sie sich vorbereiten
Der erste Tag nach der Geburt ist geprägt von Hautkontakt, dem ersten Stillen, Blutungen, dem ersten Toilettengang und den ersten Untersuchungen des B…
Traditionen im Wochenbett: ein respektvoller wissenschaftlicher Blick
Wöchnerinnen-Sherbet, die Vierzig-Tage-Bräuche, al basması, festes Wickeln und Besuchsregeln werden seit Generationen weitergegeben. Dieser Artikel wü…