NIPT, Triple- und Quadruple-Test sind Screening-Tests, die die Wahrscheinlichkeit bestimmter Chromosomenabweichungen berechnen. Eine Fruchtwasseruntersuchung kann dagegen Gewissheit bringen. Hier lesen Sie die Unterschiede und wann sie infrage kommen.
In der Schwangerschaft hört man von mehreren „Screening-Tests“, und es kann verwirrend sein, welcher wofür da ist. Eine ruhige Unterscheidung hilft: Screening-Tests berechnen eine Wahrscheinlichkeit, Diagnosetests geben eine sichere Antwort.
Screening oder Diagnose?
Ein Screening-Test beantwortet die Frage: „Müssen wir genauer hinschauen?“ Fällt das Ergebnis unauffällig aus, ist der Weg für die meisten damit beendet. Ein erhöhtes Ergebnis ist keine Diagnose. Sichere Antworten liefern nur Diagnosetests (Fruchtwasseruntersuchung, Chorionzottenbiopsie).
NIPT (zellfreier DNA-Test)
Untersucht werden kleine DNA-Stücke Ihres Babys, die im mütterlichen Blut zirkulieren. Nötig ist nur eine Blutprobe; für das Baby besteht durch den Test selbst kein Risiko. Nach internationalen Quellen ist er ab etwa der 10. Woche möglich. Er bietet ein sehr empfindliches Screening auf bestimmte Chromosomenabweichungen wie das Down-Syndrom, ist aber dennoch kein Diagnosetest.
In der Leitlinie des türkischen Gesundheitsministeriums ist NIPT kein Routinetest. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann ihn besonders bei erhöhter Wahrscheinlichkeit empfehlen. In der Türkei können Kosten und Bedingungen je nach Einrichtung unterschiedlich sein; fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Klinik nach dem aktuellen Stand.
Triple- und Quadruple-Test
Diese Bluttests werden im zweiten Trimester durchgeführt.
- Triple-Test: Gemessen werden AFP, hCG und Estriol.
- Quadruple-Test: Zum Triple-Test kommt Inhibin A hinzu; er ist etwas empfindlicher.
Sie werden meist zwischen der 15. und 22. Woche auf ärztliche Empfehlung gemacht, wenn der Ersttrimester-Test nicht möglich war. Die Leitlinie des Ministeriums nennt AFP und den Triple-/Quadruple-Test für die Wochen 16–20. Sie berechnen die Wahrscheinlichkeit für Down-Syndrom und Neuralrohrdefekte. Auch das ist ein Screening, keine Diagnose.
Wann kommt eine Fruchtwasseruntersuchung infrage?
Wenn ein Screening ein erhöhtes Ergebnis zeigt, eine familiäre Vorbelastung besteht oder im Ultraschall etwas auffällt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) für eine sichere Aussage ansprechen. Meist nach der 15. Woche wird unter Ultraschallkontrolle mit einer dünnen Nadel etwas Fruchtwasser entnommen. Die Chorionzottenbiopsie erfolgt früher, meist in den Wochen 10–13.
Diese Eingriffe haben ein kleines Fehlgeburtsrisiko. Wichtig ist, Risiken und Nutzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu besprechen und gemeinsam zu entscheiden. Ob Sie sie machen oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung, die Respekt verdient.
Welcher Test ist der richtige für mich?
Eine einzige Antwort gibt es nicht. Alter, Vorgeschichte, Ergebnis des Ersttrimester-Tests, Ultraschallbefunde, Kosten und die Bedeutung, die das Wissen für Sie hat, spielen eine Rolle. Manche möchten nur die Routinebetreuung, andere mehr Informationen.
Was Sie tun können
- Überlegen Sie vor dem Test, was das Ergebnis für Sie bedeuten würde.
- Fragen Sie, was jeder Test zeigen kann und was nicht.
- Klären Sie Kosten und Erstattung vorab.
- Gönnen Sie sich beim Warten Zeit und Unterstützung.
- Lassen Sie sich bei der Entscheidung nicht hetzen.
Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten
- Wenn ein Screening-Ergebnis erhöht ausfällt
- Bei Blutung, Flüssigkeitsabgang, Fieber oder starken Krämpfen nach einem invasiven Test
- Bei vaginaler Blutung oder starken Bauchschmerzen jederzeit in der Schwangerschaft
In einer plötzlichen, ernsten Situation rufen Sie die 112 an. Dieser Text dient nur der Information; entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Tests für Sie passen.
Quellen
Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.
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