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Baby kommt

Sexualität in der Schwangerschaft: Sicherheit, Lust und Gespräch

Partner & aile 4 Min. Lesezeit Aktualisiert:

Lust und Wohlbefinden können sich von Woche zu Woche ändern. In den meisten gesunden Schwangerschaften ist Sex unbedenklich; offenes Reden und das gemeinsame Finden des passenden Wegs sind entscheidend. Ohne Scheu zu fragen gehört selbstverständlich dazu.

Sexualität in der Schwangerschaft beschäftigt viele Paare, doch darüber zu sprechen fällt schwer. Sie müssen sich nicht schämen; diese Fragen sind sehr häufig, und Ihr Betreuungsteam hört sie oft. Kurz gesagt: In den meisten gesunden Schwangerschaften ist Sex unbedenklich, aber jede Schwangerschaft und jedes Paar ist anders.

Kann es dem Baby schaden?

Das Baby ist in der Gebärmutter durch Fruchtwasser und kräftige Muskulatur geschützt, und der Schleimpfropf am Muttermund bildet eine Barriere gegen Infektionen. Bei den meisten Menschen schadet Sex dem Baby deshalb nicht und löst keine Fehlgeburt und keine Frühgeburt aus. In einigen besonderen Situationen kann Ihr Arzt dennoch davon abraten (siehe unten).

  • Ein Penis kann das Baby nicht erreichen.
  • Beim Orgasmus können leichte Kontraktionen auftreten; in einer gesunden Schwangerschaft klingen sie meist schnell ab.
  • Kondome können auch in der Schwangerschaft zum Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen genutzt werden.

Warum verändert sich die Lust?

In der Schwangerschaft kann die Lust zunehmen oder abnehmen. Das ist sehr häufig.

  • In den ersten Monaten können Übelkeit, Müdigkeit und empfindliche Brüste die Lust dämpfen.
  • Im zweiten Trimester fühlen sich viele energiegeladener und wohler; die stärkere Durchblutung des Beckens kann die Lust steigern.
  • In den letzten Monaten erschweren der größere Bauch, Atemnot und Rückenschmerzen manche Positionen.
  • Auch das Körperbild, Sorgen und Stimmungsschwankungen spielen eine Rolle.

Auch Partner empfinden unterschiedlich. Die Angst, dem Baby zu schaden, oder das Gewicht der neuen Verantwortung kann die Lust beeinflussen. Sie beide reagieren ganz natürlich.

Reden: das wirksamste Mittel

Schweigen führt oft zu Missverständnissen. „Ich habe keine Lust“ heißt nicht „Ich liebe dich nicht“; wer das offen sagt, schützt die Nähe.

  • Sagen Sie, welche Tage und Zeiten sich leichter anfühlen.
  • Sagen Sie sanft, was guttut und was nicht.
  • Ein „Nein“ ohne Druck und Vorwurf zu akzeptieren, stärkt das Vertrauen.
  • Nähe ist mehr als Sex: Umarmen, Massage, Küssen und gemeinsame Zeit festigen die Bindung ebenfalls.

Bequeme Positionen und praktische Tipps

Mit wachsendem Bauch werden manche Positionen unbequem. In den späteren Wochen wird langes flaches Liegen auf dem Rücken meist nicht empfohlen; Seitenlage oder Kissen zur Stütze sind oft angenehmer.

  • Seitenlage oder Löffelchenposition drückt nicht auf den Bauch.
  • Kissen unter Rücken und Bauch erhöhen den Komfort.
  • Tiefes Eindringen zu vermeiden und langsam vorzugehen, passt vielen besser.
  • Bei Trockenheit oder Empfindlichkeit kann ein wasserbasiertes Gleitmittel helfen.
  • Bei Schmerzen hören Sie auf; Ihr Wohlbefinden hat Vorrang.

Kurz vor der Geburt und danach

Wann man nach der Geburt wieder Sex hat, ist individuell. Ihre Ärztin, Ihr Arzt oder Ihre Hebamme berät Sie je nach Geburtsverlauf und Heilung. Sich nicht zu hetzen, bis Sie beide bereit sind, ist ein guter Weg, die Beziehung zu schützen.

Emotionale Nähe und Körperbild

Der Körper verändert sich in der Schwangerschaft rasch. Manche fühlen sich attraktiv und stark, andere eher unwohl. Wenn der Partner Liebe und Wertschätzung in konkreten Worten ausspricht, fällt die Anpassung leichter. Auch unterschiedliche Erwartungen an Intimität sind häufig; einer wünscht sich mehr Nähe, der andere weniger. In solchen Momenten können Sie gemeinsam einen Mittelweg finden und die Beziehung warm halten, ohne jemanden zu drängen. Auch ein Gespräch mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme kann helfen.

Wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten

In den folgenden Situationen verzichten Sie auf Sex und wenden sich ohne Verzögerung an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme; bei starker Blutung oder heftigen Schmerzen rufen Sie den Notruf 112.

  • Vaginale Blutung oder bräunliche Schmierblutung
  • Abgang von Flüssigkeit oder der Verdacht darauf
  • Wehen, Bauch- oder Rückenschmerzen
  • Schmerzen, Brennen oder übel riechender Ausfluss
  • Bereits genannte Risiken: Bei Plazenta praevia, früheren Frühgeburten, Muttermundschwäche oder Mehrlingsschwangerschaft kann Sex eingeschränkt oder untersagt sein

Sind Sie bei Ihrer eigenen Situation unsicher, fragen Sie nach; solche Fragen sind ganz alltäglich. Dieser Beitrag dient der Information; für Ihre persönliche Situation ist der Rat Ihrer Ärztin, Ihres Arztes oder Ihrer Hebamme maßgeblich.

Quellen

Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Gesundheitsfragen wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme. Im Notfall wählen Sie den Notruf.

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